Formula Student

Die Idee, Studierende in selbst konstruierten Rennwagen gegeneinander antreten zu lassen, basiert auf der von US-amerikanischen Hochschulprofessoren 1981 gegründeten „Formula SAE“. Seit bereits 15 Jahren ist die Formula Student auch in Europa, mit dem Event am Silverstone Cicuit, vertreten.

 

Seit 2006 gibt es auch in Deutschland die Möglichkeit die Formula Student aus der Nähe zu betrachten. Jedes Jahr findet am ersten Augustwochenende der deutsche Ableger der Formula Student auf dem Hockenheimring statt, die vom Verein der Deutschen Ingenieuren veranstaltete Formula Student Germany.

 

Formula Student Germany führte 2010 als erster Veranstalter weltweit die Kategorie der Elektronrennwagen ein. Bis 2010 wurden alle Rennwagen mit einem Verbrennungsmotor angetrieben. Mittlerweile haben sich Elektroantriebe weltweit bei der Formula Student etabliert. Green Voltage Racing tritt seit 2011 in diesem Bereich an.

 

Seit 2017 hat Formula Student Germany wieder eine neue Kategorie begründet: Formula Student Driverless. Bei dieser Kategorie fahren die Fahrzeuge, angetrieben mit einem Elektro- oder Verbrennungsmotor autonom über die Rennstrecke.

 

Der Konstruktionswettbewerb soll Studierenden während des Studiums, vor allem den angehenden Ingenieuren, umfangreiche Kenntnisse in den Bereichen Teamarbeit, Projekt- und Kostenmanagement praxisnah vermitteln. Ihnen soll sich dabei auch die Möglichkeit bieten, sich im konstruktiven Bereich zu entfalten und die in der Vorlesung gelernten Inhalte auf die Rennstrecke zu bringen. In den international ausgerichteten Wettbewerben treffen die unterschiedlichsten Teams, Konzepte und Boliden aufeinander und können sich im kollegialen Umfeld, den die Formula Student bietet, austauschen und natürlich auch messen. Jedoch gewinnt nicht zwangsläufig das schnellste Fahrzeug, sondern das beste Konzept und die innovativsten Lösungen.

 

Quelle: https://www.flickr.com/photos/fsaustria/36622232901/in/album-72157685184305031/
Quelle: https://www.flickr.com/photos/fsaustria/36622232901/in/album-72157685184305031/

Die Formula Student Fahrzeuge

Formula Student Fahrzeuge sind kleine Formel-Rennwagen in denen eine Person Platz findet. Angetrieben werden die Fahrzeuge entweder mit einem Elektromotor oder einem Verbrennungsmotor. Das Chassis besteht in der Regel entweder aus einem Stahlgitterrohrrahmen oder einem Monocoque aus Faserverbundwerkstoffen. Ein umfangreiches Reglement bietet den Studierenden die Möglichkeit sich konstruktiven bei dem Bau eines eigenen Rennwagens zu entfalten und ihrer Kreativität dabei freien Lauf zu lassen, ohne dabei die Sicherheit zu vernachlässigen. Bevor die Rennwagen auf die Strecke dürfen sind aus Sicherheitsgründen umfassende technische Abnahmen erforderlich.

 

Der Wettbewerb

Jährlich finden mehrere internationale Wettbewerbe statt. Dabei sind die Austragungsorte über die gesamte Welt verteilt. Die dort ausgetragenen Wettbewerbe sind in 2 Bereiche unterteilt, den „Static Events“ und den „Dynamic Events“. Durch die Ergänzung um einen konstruktiven und ökonomischen Wettbewerbsanteil unterscheidet sich „Formula Student“ deutlich von anderen Rennklassen, wie der Formel 1. Austragungsorte sind:

 

  • Australien (Melbourne)
  • Brasilien (São Paul)
  • China* (Shanghai)
  • Deutschland (Hockenheimring)
  • Großbritannien (Silverstone)
  • Italien (Fiorano)
  • Japan (Fuji)
  • Niederlande* (Assen)
  • Österreich (Spieberg)
  • Russland* (Moskau)
  • Spanien* (Barcelona)
  • Tschechien* (Most)
  • Ungarn* (Györ)
  • USA (Michigan und Nebraska)

 

*nicht Teil der Formula SAE Competition Series

 

Dynamic Events

Acceleration

Über eine gerade Strecke von 75 m wird die Zeit erfasst, für die Zeit ist insbesondere das Beschleunigungsvermögen des Fahrzeugs wichtig. Die Rennwagen erreichen Geschwindigkeiten über 100 km/h auf der Distanz.

 

Skid-Pad

Beim Skid-Pad müssen die Teams versuchen einen Parcours in Form einer liegenden Acht möglichst schnell zu absolvieren. Dies stellt vor allem hohe Ansprüche an die Traktion des Fahrzeugs als auch an die Fähigkeiten des Fahrers hohe Querbeschleunigungen zu erreichen ohne ein Ausbrechen des Fahrzeuges zu riskieren.

 

Autocross

Auf einem mit Schikanen und Haarnadelkurven gespickten Rundkurs muss jedes Team versuchen die schnellste Rundenzeit zu erreichen. Probefahrten gibt es keine. Bei dieser Disziplin müssen jegliche Bereiche des Fahrzeugkonzepts perfekt harmonieren, hohe Beschleunigungen, wie auch ein hohes Maß an Traktion sind genauso wichtig wie die fahrerischen Leistungen.

 

Endurance & Effiency

Endurance ist die abschließende Disziplin bei jedem Event. Hierbei müssen die Rennwagen auf einer Strecke von 22 km gegen die Zeit fahren. Nach 11 km erfolgt ein Fahrerwechsel. Auf der Rundstrecke befinden sich mehre Fahrzeuge zeitgleich, so dass es auch Überholmanöver gibt.

 

Zwar ist bei Endurance die Gesamtzeit über die 22 km für die Punktzahl entscheidend. Parallel, aber separat gewertet, wird die Effizienz des Antriebs ermittelt, hierbei gewinnt das Team, das die Renndistanz mit möglichst wenig Energie beschritten hat.

 

Static Events

Engineering Design

Bei dem Design Event präsentieren die Studierenden einer Gruppe an Juroren die Konstruktion des Rennwagens. Dabei werden alle Lösungen und Innovationen detailliert beschrieben und verteidigt.

 

Business Plan

Die Jury übernimmt dabei die einer fiktiven Investorengruppe, welche mit Hilfe des Business Plans, wie auch verschiedenster Vermarktungsstrategien von der Rentabilität eines Produkts basierend auf dem Rennwagen überzeug werden möchte.

 

Cost Report

Der Cost Report enthält alle benötigen Teile des Rennwagens sowie die Fertigungsaufwendungen. Bestimmte Baugruppen sind mit Marktpreisen zu bewerten. Die Jury prüft kritisch die Vollständigkeit und ordnungsgemäße Dokumentation.